Die Bretagne ist eine der schönsten Regionen Frankreichs. Natürlich bin ich dabei nicht objektiv, da ich von dort komme. Aber auch ganz nüchtern betrachtet: Sie ist atemberaubend.
Wenn du es selbst herausfinden möchtest, findest du hier alles für deinen Bretagne Urlaub.
Was dich in diesem Guide erwartet:
- Bretagne auf einen Blick: Die 4 Départements und ihre Besonderheiten
- Schönste Orte und Reiseziele am Meer sowie im Hinterland
- Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten
- Essen und Trinken: Was du unbedingt probieren musst
- Beste Reisezeit für deinen Bretagne-Urlaub
- Praktische Insiders & Wissenswertes: Unterkunft, Anreise, Sicherheit, Kosten & mehr
Transparenz-Hinweis: Ich bin Französin aus der Bretagne (meine Heimat ist die Halbinsel Crozon im Finistère). Meine Empfehlungen basieren auf eigener Erfahrung und sind unabhängig.
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Warum Urlaub in der Bretagne machen?
Weil das Spaß macht! Haha.
Die Bretagne ist eine charaktervolle Halbinsel im Nordwesten Frankreichs. Wir sind eine Küstenregion und beanspruchen mehr als ein Drittel der französischen Küste für uns alleine. Die Bretagne umfasst vier Départements, zwei Sprachen (Bretonisch und Gallo) und eine Küche, die allein schon eine Reise wert ist.
Im Gegensatz zur Côte d'Azur zum Beispiel gibt es hier keinen Massentourismus à la Ballermann. Die Bretagne zieht Reisende an, die Landschaft, Kultur und Authentizität suchen. Wenn du Luxushotels und Infinity-Pools suchst, wirst du hier möglicherweise enttäuscht sein. Die Bretagne ist ein recht einfaches Urlaubsziel: Ohne Schnickschnack, dafür mit Charakter.
Eins musst du auch wissen: Das Wetter spielt bei uns nicht immer mit. Genau deshalb ist es übrigens noch nicht so überlaufen. Also wenn du dir Sonnengarantie wünschst, fahr eher an die französische Mittelmeerküste.
Die Bretagne auf einen Blick: 4 Départements
Jedes Département hat seinen eigenen Charakter. Hier eine kurze Orientierung:
Ille-et-Vilaine (Nordosten)
Hier liegen insbesondere Rennes (Hauptstadt der Bretagne) und Saint-Malo, die legendäre Korsarenstadt. Die Smaragdküste (Côte d'Émeraude) mit feinen Sandstränden und schicken Badeorten wie Dinard gehört zu den elegantesten Küstenabschnitten der Region.
Für viele ist es eher der französische Teil der Bretagne: weniger keltisch und mehr klassisch (das finde ich überhaupt nicht, aber gut, jedem seine Realität). Sicher ist jedenfalls, dass es von Deutschland aus sehr gut erreichbar ist, was für einen ersten Bretagne-Urlaub von Vorteil ist. Es lässt sich auch gut mit der Normandie verbinden, als Teil einer kombinierten Normandie-Bretagne-Rundreise zum Beispiel.
Côtes-d'Armor (Norden)
Das Département der Rosa Granitküste (Côte de Granit Rose), einer geologischen Kuriosität, die es weltweit nur an drei Orten gibt. Dazu die Bucht von Saint-Brieuc, Cap Fréhel, der charmante Fischerhafen Paimpol und viele weniger bekannte Küstenabschnitte.
Die Côtes d'Armor sind weniger touristisch als Finistère oder Morbihan insgesamt, was durchaus ein Vorteil sein kann (besonders im Sommer).
Finistère (Westen)
Mein Heimat-Département. 🤍 Für viele das wildeste und bretonischste Stück, für alle der am weitesten vom Rest Frankreichs entfernte Zipfel. Hier am Atlantik findest du zahlreiche Leuchttürme (Eckmühl, Saint-Mathieu...) und Hafenstädte.
Die Dichte an Highlights ist auch beeindruckend: Pont-Aven, Crozon, Ouessant, Concarneau, Quimper... Es gibt wirklich viel zu unternehmen.
Morbihan (Süden)
Der wärmste und sonnigste Teil der Bretagne. Der Golf von Morbihan (auf Bretonisch "kleines Meer") ist ein Binnenmeer mit Dutzenden kleiner Inseln, ideal für Kajakfahrer und Segler. In Carnac stehen außerdem über 3.000 Menhire (UNESCO Weltkulturerbe). Vannes am Rande des Golfs ist auch eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Frankreichs und allein schon einen Tagesausflug wert.
Nantes und Loire-Atlantique
Die Bretagne war bis 1532 ein unabhängiges Herzogtum. Mitte des 20. Jahrhunderts beschloss Frankreich, die Verwaltungsgrenzen der Bretagne neu zu ziehen. Damit wurde die wichtigste Stadt der Bretagne (Nantes) de facto von ihrer Region getrennt.
Diese Frage sorgt bei uns nach wie vor für zahlreiche Diskussionen. Sei also nicht überrascht: Hier und da wird Nantes auf Seiten über die Bretagne erwähnt.
🌟 Wenn du zwischen mehreren Regionen schwankst:
Wie lange in der Bretagne bleiben?
Du weißt ja, wie es läuft: Manche Leute behaupten, sie haben "die Bretagne in drei Tagen besichtigt" und das wäre "mehr als genug". Nun ja. 🙃
Ich persönlich denke:
- 1 Woche: Reicht für einen ersten Eindruck einer Ecke der Bretagne. Zum Beispiel die Gegend um Saint-Malo, die Rosa Granitküste oder den Golf von Morbihan.
- 2 Wochen: Ideal, um zwei verschiedene Regionen zu kombinieren. Zum Beispiel Nordküste + Finistère.
- 3 Wochen oder mehr: Wenn du eine echte Bretagne Rundreise machen willst.
Beste Reisezeit für die Bretagne
Das bretonische Klima ist ozeanisch: mild, feucht und nun ja, wechselhaft. Vier Jahreszeiten an einem Tag sind bei uns keine Übertreibung, sondern gehören zum Alltag. Der Golfstrom sorgt dafür, dass die Temperaturen ganzjährig gemäßigt bleiben. Schneewinter gibt es daher selten, genauso wie Hitzewellen.
Regnet es viel in der Bretagne?
Weniger als du denkst. Bordeaux hat statistisch mehr Regentage als viele Orte in der Bretagne. An der bretonische Südküste regnet es am wenigsten, besonders rund um Vannes und den Golf von Morbihan. Brest und die Mont d'Arrées erhalten dafür mehr Niederschläge.
Frühling und Herbst: Meine Favoriten
Mai - Juni und September gefallen mir ganz besonders in der Bretagne. Im späten Frühling sind die Tage lang (Sonnenuntergang gegen 22 Uhr!), die Temperaturen angenehm und die Touristen noch überschaubar.
Im September leert sich die Bretagne, die Farben werden wärmer und das Licht ist zum Fotografieren unschlagbar. Und das Meer ist oft wärmer als im Juni.
Sommer: Hochsaison mit Tücken
Bretagne im Sommer
Im Juli und August haben französische Kinder Ferien. Das bedeutet volle Parkplätze in den touristischen Städten und Reservierungspflicht in jedem halbwegs guten Restaurant am Meer. Trotzdem ist Sommer in der Bretagne für viele die beliebteste Reisezeit: Die Wassertemperatur steigt auf 17-19°C und die Regenwahrscheinlichkeit ist am niedrigsten.
Ist die Bretagne im Sommer überlaufen?
An den bekannten Hotspots ja, abseits davon überhaupt nicht. Die Bretagne hat eine super mega lange Küste. Selbst im August findest du bei uns ruhige Abschnitte für einen Strandurlaub. Wenn du gerne wanderst, ist Sommer auch optimal. Die Wanderwege sind hier selten überfüllt.
Winter: Für Romantiker und Ruhesuchende
Die bretonischen Landschaften sind im Winter rau, dramatisch und meist menschenleer. Sturmwellen, die gegen die Felsen donnern, sind ein Naturschauspiel. Ich persönlich liebe es, Weihnachten und Silvester in der Bretagne zu verbringen. Kein Böllern, ein ruhiger Puls... ideal, um sich zu entspannen.
Vorsicht allerdings: Viele Restaurants und Unterkünfte haben in der Bretagne im Winter geschlossen.
Die schönsten Orte und Reiseziele
An der Küste
Die bretonische Küstenlandschaft ist spektakulär abwechslungsreich. Ein Drittel aller französischen Leuchttürme steht in der Bretagne. Das sagt eigentlich alles.
Nun, hier sind einige Orte dieses reichhaltigen Angebots, die ich dir für deinen Urlaub in der Bretagne besonders empfehlen kann:
- Saint-Malo: Die Altstadt mit ihrer Stadtmauer hat einen unglaublichen Charme. Bei Ebbe kannst du zu den vorgelagerten Inseln laufen. Achte aber auf die Gezeitenzeiten, sonst sitzt du dort fest (das ist eher so mittel).
- Rosa Granitküste: Die Felsen bei Ploumanac'h sind ein wahres Naturwunder. Bei Sonnenuntergang leuchten sie in warmen Farbtönen. Die Wanderung auf dem Zöllnerpfad zwischen Perros-Guirec und Ploumanac'h gehört zu den schönsten Küstenwanderungen der Region.
- Halbinsel Crozon: Meine Heimat. Wilde Steilküste, hübsche Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser sowie dramatische Landzungen (Pointe de Pen-Hir, Pointe des Espagnols...).
- Cap Fréhel: Spektakuläre Klippen mit der historischen Festung von Fort La Latte.
- Pointe du Raz: Am äußersten Westende des Finistères. Wild und beeindruckend, besonders bei Sturm.
- Le Conquet: Nette Hafenstadt mit zahlreichen Wanderungen in der Nähe. Abfahrtshafen nach Ouessant.
Weitere hübsche Dörfer und Städtchen, auch wenn nicht direkt am Meer:
- Dinan: Eine der schönsten mittelalterlichen Städte der Bretagne, im Landesinneren an der Rance gelegen. Fachwerkhäuser, steile Kopfsteinpflastergassen und eine fast vollständig erhaltene Stadtmauer.
- Pont-Aven: Vor allem für seine künstlerische Vergangenheit bekannt. Paul Gauguin und seine Freunde der sogenannten Schule von Pont-Aven haben hier eine künstlerische Strömung begründet, den Synthetismus. Auch heute noch findest du in Pont-Aven zahlreiche Kunstgalerien.
- Locronan: Zählt mit seinen typischen Granithäusern zu den schönsten Dörfern Frankreichs.
Im Hinterland
Das bretonische Hinterland wird oftmals unterschätzt. Und doch erlebst du hier eine ganz andere Bretagne, mystisch und voller Legenden. Die Bretonen sagen "Argoat" (das Land des Waldes) dazu, im Gegensatz zu "Armor" (das Land des Meeres). Das bretonische Yin-Yang sozusagen.
Hier die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Argoats:
- Wald von Paimpont (Brocéliande): Der legendäre Wald aus der Artus-Sage. Hier soll Merlin von der Fee Viviane eingesperrt worden sein. Der Spiegel der Feen (Miroir aux Fées), das Grab Merlins und das Val sans Retour lassen sich auf schönen Spaziergängen erkunden. Im Sommer allerdings ziemlich beliebt.
- Monts d'Arrée & Mont Saint-Michel de Brasparts: Das Dach der Bretagne. Die Monts d'Arrée erreichen zwar nur 385 Meter, wirken aber durch die karge Moorlandschaft höher. Die kleine Kapelle Saint-Michel de Brasparts thront auf einem Hügel und bietet einen Panoramablick über die Heide. Die alten Bretonen glaubten übrigens, dass der Eingang zur Hölle (Youdig) sich in den Sümpfen der Monts d'Arrée befindet. Nett, oder?
- Vallée des Saints: Ein ungewöhnliches Freiluftprojekt bei Carnoët in den Côtes-d'Armor. Auf einem Hügel stehen über 200 monumentale Granitskulpturen bretonischer Heiliger. Es kommen jedes Jahr neue dazu. Ideal für Familien: Du kannst deine Kinder ihren Heiligen suchen lassen - oder den, der ihnen am nächsten kommt. Eintritt kostenlos (Parkplatz 9,50 Euro).
- Huelgoat: Ein kleiner Ort mit einem großen Wald voller riesiger Granitblöcke. Der Zitternde Felsen (Roche Tremblante) ist das Highlight: Wenn du an der richtigen Stelle drückst, kannst du diesen tonnenschweren Felsen tatsächlich zum Kippen bringen. Auch die Grotte du Diable und der Silberfluss (Rivière d'Argent) lohnen sich.
- Lac de Guerlédan: Der größte Stausee der Bretagne, mitten im Wald gelegen. Ideal zum Wandern, Kanufahren oder einfach zum Entspannen. Alle paar Jahre wird der See abgelassen, was eine surreale Mondlandschaft offenlegt.
Inseln
Die Bretagne hat über 750 Inseln. Die bekanntesten:
- Ouessant: Der westlichste Punkt des französischen Festlandes. Wild und windgepeitscht, wahrscheinlich meine Lieblingsinsel in der Bretagne. Im Sommer leider von Tagestouristen überlaufen, ich persönlich bevorzuge sie im Winter. Für Strandurlaub auch nicht unbedingt geeignet.
- Belle-Île-en-Mer: Die größte bretonische Insel, von Monet gemalt. Sehr beliebt im Sommer. Super zum Wandern und für Badeurlaub.
- Ile de Batz: 15 Minuten von Roscoff entfernt. Top als Tagesausflug.
- Île de Bréhat: Blumenübersät und autofrei. Fühlt sich irgendwie wie ein anderes Land an.
- Île de Groix: Recht unberührt und entspannt. Alternative zu Belle-Île, wenn du im Sommer den Massen entgehen willst.
Aktivitäten und Erlebnisse
Das Outdoor-Angebot ist bei uns wirklich grenzenlos, sowohl am Land als auch im Wasser.
Wandern auf dem GR34
Der Wanderweg GR34 (Sentier des Douaniers, Zöllnerpfad) führt auf über 2.000 km einmal um die gesamte bretonische Küste. Er wurde 1791 angelegt, um Schmugglern das Handwerk zu legen. Heute gehört er zu den beliebtesten Fernwanderwegen Frankreichs.
Du musst natürlich nicht alles laufen. Einzelne Etappen von einer Stunde bis zu Tageswanderungen sind überall möglich. Die Abschnitte entlang der Rosa Granitküste und um die Halbinsel Crozon gehören zu den schönsten und bekanntesten. Der Norden des Finistère ist ebenfalls ein gutes Ziel, vor allem wenn du mehr Ruhe suchst.
Wassersport
Surfen, Segeln, Kajak, Kitesurfen: die bretonische Küste ist ein Paradies für Wassersportler. Die besten Surfspots findest du an der Westküste (Presqu'île de Crozon, Pointe de la Torche im Süd-Finistère).
Segeln hat ebenfalls in der Bretagne Tradition: Fast alle großen französischen Segler stammen von hier.
Badeurlaub
Wenn du mehr Ruhe bevorzugst, ist die Bretagne ebenfalls perfekt für einen Strandurlaub. Du hast ja die Qual der Wahl, was die Strände angeht: Mit oder ohne Wellen, ruhig oder lebhaft...
Kultur und Geschichte
Das kulturelle Angebot ist in der Bretagne ebenfalls relativ umfangreich. Wir haben nicht unbedingt die besten Kunstmuseen Frankreichs. Dafür würde ich dir eher Paris oder die Côte d'Azur empfehlen. Trotzdem bietet die Bretagne ein reichhaltiges und vielfältiges Kulturerlebnis. Hier ein paar Ideen für deinen Urlaub in der Bretagne:
- Menhire von Carnac: Über 3.000 Steine aus der Jungsteinzeit (viel älter als die Pyramiden!). UNESCO Weltkulturerbe und dementsprechend bei Touristen beliebt. Es gibt aber in der gesamten Bretagne zahlreiche weniger bekannte, aber ebenso sehenswerte Megalithen.
- Umfriedete Pfarrbezirke: Im Finistère findest du diese prachtvollen religiösen Monumente aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, die vom damaligen Wohlstand der Region zeugen.
- Mont Saint Michel: Die berühmte Abtei am Mont Saint Michel ist offiziell in der Normandie, aber an der Grenze zur Bretagne gelegen. Ideal für einen Zwischenstopp auf dem Weg zu deinem Urlaubsort in der Bretagne.
- Bretonische Veranstaltungen: Das Festival Interceltique de Lorient (August) ist eines der größten keltischen Festivals Europas. Das Festival des Vieilles Charrues in Carhaix zieht jedes Jahr Hunderttausende an.
Familienurlaub mit Kindern
Die Bretagne ist enorm familienfreundlich und dafür auch in Frankreich bekannt. Flache Sandstrände und Gezeitenpools zum Erkunden gefallen den Kindern ganz besonders.
Ansonsten sind die Freizeitparks wie La Récré des Trois Curés oder Parcabout auf der Île de Groix super, um sich auszutoben. Das Aquarium Océanopolis in Brest ist schließlich für mich ein Muss mit Kindern.
Bretagne Urlaub am Meer
Die meisten Besucher kommen zu uns wegen der Küste. Ein paar Dinge solltest du trotzdem beachten.
Kann man in der Bretagne im Meer baden?
Ja. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei 17-19°C. An der Südküste tendenziell etwas wärmer. Das ist frisch, aber machbar, vor allem, wenn du dich einmal überwunden hast. Ich kenne übrigens einige Bretonen, die das ganze Jahr über baden.
Die flachen Sandstrände im Morbihan und an der Finistère Südküste eignen sich besonders gut für Familien. Im Norden und Westen sind die Strände tendenziell wilder und das Wasser kühler. Dafür ist es dort oft weniger voll.
Warum werden manche Strände im Sommer gesperrt?
Es sind eigentlich zwei Hauptgründe.
- Grünalgen (algues vertes): Können bei Zersetzung giftiges Schwefelwasserstoffgas freisetzen. Die Ursache ist die intensive Landwirtschaft, ein Thema, das in der Bretagne politisch heiß diskutiert wird. Die Bucht von Saint-Brieuc und von Plestin-les-Grèves sind insbesondere davon betroffen. Allerdings geschieht dies bei weitem nicht jedes Jahr, und die betroffenen Gebiete ändern sich jedes Mal.
- Gefährliche Strömungen. Die bretonische Küste hat starke Gezeitenströme, und einige Strände sind bei bestimmten Gezeiten schlicht nicht sicher. Nimm die Warnmeldungen ernst, das ist kein Vorschlag. Es ist auch auf Deutsch vermerkt. Du kannst also echt nicht sagen, dass du es nicht verstanden hattest.
Essen und Trinken
Die Bretagne ist ein kulinarisches Schwergewicht, und nicht nur, weil wir überall Butter verwenden!
- Meeresfrüchte & Fisch: Austern aus Cancale, Jakobsmuscheln aus der Bucht von Saint-Brieuc, Hummer aus dem Iroise-Meer, Langoustinen aus dem Guilvinec. Eine Meeresfrüchteplatte gehört wohl zum Bretagne-Urlaub dazu.
- Süßes: Kouign-Amann (der wohl butterhaltigste Kuchen der Welt, eine Spezialität aus dem Finistère), Far Breton, Caramel au beurre salé. Wir Bretonen lieben gesalzene Butter.
- Getränke: Cidre (trocken oder süß), Chouchen (bretonischer Met), bretonische Craft-Biere
- Früchte: Die Erdbeeren aus Plougastel im Frühsommer sind legendär. Äpfel haben wir auch viel.
- Märkte: In der Bretagne ist praktisch jeden Tag irgendwo Markttag.
Anreise in die Bretagne
Von Deutschland aus sind es 900-1.300 km, je nach Startpunkt. Ein Tagesmarsch, egal wie.
Mit dem Auto
Wahl der Route
Die meisten Deutschen fahren mit dem Auto. Je nach Ziel- und Startpunkt hast du zwei Möglichkeiten für deine Anreise in die Bretagne: Die Normandie Route über Belgien und Nordfrankreich oder komplett durch Frankreich und über Paris.

So oder so ist ein Zwischenstopp dringend empfohlen. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern einfach weil es auf dem Weg wunderbare Sehenswürdigkeiten gibt (Kathedrale in Rouen oder Chartres, Honfleur und sein Hafen...).
Wichtig beim Autofahren in Frankreich
Achte auf die Mautgebühren (péages) auf den französischen Autobahnen und die Umweltvignette Crit'Air, die du in vielen Städten (noch) brauchst. Warnweste und Warndreieck sind beim Autofahren in Frankreich ebenfalls Pflicht.
Zu den Besonderheiten des Autofahrens in der Bretagne gehört, dass die Region relativ ländlich ist, sodass du auf Tiere achten solltest. Ach ja, und unsere Schilder sind zweisprachig auf Französisch und Bretonisch (oder Gallo).
Ohne Auto vor Ort in der Bretagne: Geht das?
Ja, eine Reise ohne Auto in der Bretagne geht, aber mit Einschränkungen. Das Bahnnetz verbindet die größeren Städte gut (Rennes, Saint-Brieuc, Brest, Quimper, Vannes, Lorient). Abseits davon wird es dünn. Ein Mietwagen vor Ort ist für die meisten Reisenden die praktischste Lösung.
Mit dem Zug
Eine tolle Lösung, die viele ganz und gar vergessen! Der TGV bringt dich ja von Paris in 1,5 Stunden nach Rennes und in 3,5 Stunden nach Brest.
Von Deutschland aus fährst du also per ICE nach Paris und steigst dort am Gare Montparnasse um. Von dort fahren alle Züge in die Bretagne und in die Atlantikküste ab.
Mit dem Flugzeug
Die Bretagne hat mehrere Flughäfen: Brest, Rennes und Nantes. Die Verbindungen aus Deutschland sind aber etwas begrenzt. Für die meisten Reisenden ist der Zug + Mietwagen die bequemere Option.
Unterkunft in der Bretagne
Angebot
Die meisten Urlauber buchen in der Bretagne ein Ferienhaus am Meer (Gîte oder Ferienwohnung). Ein Haus ist in der Tat ideal, wenn du flexibel kochen und die Region auf eigene Faust erkunden willst. Reservierungen erfolgen jedoch häufig wochenweise, von Samstag bis Samstag.
Alternativ findest du problemlos Hotels in den größeren Städten und Badeorten. Eine besonders schöne Alternative zum Hotel sind auch die Chambres d'Hôtes (Gästezimmer), das französische Pendant zum Bed & Breakfast. Dort wohnst du bei Einheimischen und bekommst Insidertipps aus erster Hand. Ich persönlich liebe diese Art der Unterkunft.
Campingurlaub geht natürlich auch. Bei uns findest du zahlreiche Campingplätze ohne Schnickschnack, teilweise mit direktem Meerblick.
Empfehlungen
Wenn du ein Ferienhaus am Meer suchst, ein paar wichtige Punkte:
- Früh buchen: Die Nachfrage in der Hochsaison ist enorm. Beliebte Ferienhäuser sind ab Januar/Februar vergeben.
- Lage prüfen: "Meerblick" im Inserat bedeutet nicht automatisch, dass du nah am Meer auch wirklich bist. Schau dir die genaue Position auf der Karte an.
- Bäckerei und Supermarkt: Auch zu berücksichtigen. Wer will morgens 20 Minuten Auto fahren, nur um ein Baguette zu kaufen?
- Mit Hund: Buche noch früher als sonst. Zahlreiche Vermieter akzeptieren nämlich keine Haustiere. Check auch die Strände, da die meisten Strände der Bretagne im Sommer für Hunde verboten sind.
Praktische Tipps im Bretagne Urlaub
Sicherheit in der Bretagne
Die Bretagne ist keine gefährliche Region an sich. Zwar ist die Küste nicht ungefährlich, aber wenn du aufpasst, ist Baden in der Bretagne gar kein Problem.
Das Risiko von Diebstahl und Überfällen ist ansonsten für französische Verhältnisse moderat. Es gelten die üblichen Sicherheitsregeln (keine Wertsachen im Auto lassen, keine offenen Taschen insbesondere in touristischen Gebieten...). Außerdem gibt es bei uns nur wenige gefährliche Tiere.
Sprache und Verständigung
In touristischen Gebieten kommst du mit Englisch zurecht. Auf dem Land wird es schwieriger. Ein paar Brocken Französisch öffnen Türen und Herzen (bonjour, merci, au revoir).
Budget und Kosten
Die Preise in der Bretagne entsprechen dem üblichen Niveau in Frankreich:
- Abendessen im Restaurant: 15-25 Euro pro Person
- Ferienhaus in der Hochsaison: 700-1.500 Euro pro Woche je nach Lage und Größe
- Campingplatz: 15-30 Euro pro Nacht
- Maut: Nur für die Anreise, wir haben keine Autobahn mit Maut in der Bretagne.
In der Nebensaison sparst du bei der Unterkunft deutlich. 30-40% Rabatt im Vergleich zum Sommer sind da keine Seltenheit.
Packliste
Die eine Sache, die du auf keinen Fall im Gepäck vergessen darfst: eine Regenjacke. Egal in welchem Monat und was die Wettervorhersage sagt. In der Bretagne kann sich das Wetter innerhalb von 20 Minuten komplett drehen. Packe auch in Schichten.
Häufige Fragen zum Urlaub in der Bretagne
Ist die Bretagne teuer?
Überhaupt nicht. Im Vergleich zu Südfrankreich oder Paris ist die Bretagne sogar moderat. Außerhalb der Saison sind die Preise deutlich niedriger als im Hochsommer.
Welche Geheimtipps gibt es?
Generell gilt: Je weiter du dich von den bekannten Hotspots entfernst, desto authentischer wird es. Die Abers-Küste im Nordfinistère sowie das Hinterland der Monts d'Arrée und der Wald von Huelgoat gefallen mir besonders. Es ist aber eine Geschmacksache.
Was muss man bei der Einreise nach Frankreich beachten?
Als EU-Bürger brauchst du nur einen gültigen Personalausweis. Für dein Auto denke an die Umweltvignette Crit'Air. Warnweste und Warndreieck sind ebenfalls Pflicht im Auto. Für die Einreise nach Frankreich mit deinem Hund solltest du dich über die geltenden Beschränkungen informieren.
Welchen Flughafen für einen Urlaub in der Bretagne anfliegen?
Brest, Rennes oder Lorient. Die Verbindungen aus Deutschland sind begrenzt. Alternativ: Paris (CDG oder Orly) und dann TGV oder Umsteigeflug.
Wann ist Hochsaison in der Bretagne?
Juli und August. Die französischen Schulferien beginnen Anfang Juli und enden Ende August. Die Nebensaison (Mai-Juni, September-Oktober) bietet oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bei ähnlich gutem Wetter.
Welcher Monat ist am günstigsten?
November bis März sind am günstigsten, aber viele Betriebe haben dann geschlossen. Der beste Kompromiss ist vermutlich Mai, Juni oder September.
Warum ist die Bretagne so beliebt?
Die Kombination aus wilder Natur, reicher Kultur, exzellenter Küche und authentischer Lebensart ist in Frankreich einzigartig. Dazu kommt die relative Nähe zu Deutschland, da du ja direkt mit Auto kommen kannst. Dass die Bretagne trotz steigender Beliebtheit ihren Charakter bewahrt hat, gefällt auch den meisten.
Fazit
Die Bretagne ist kein Reiseziel für Sonnenanbeter, die 30°C-Garantie brauchen. Für Neugierige und Menschen, die lieber eine verlassene Bucht entdecken als am Pool liegen ist sie aber super.
Herzlich willkommen!
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