News de France KW40

Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar


Was die Franzosen am Esstisch besprechen

✝️ Papstbesuch: Vom 25. bis 28. September besuchte Papst Leo XIV. Frankreich. Es handelte sich dabei um den ersten echten Papstbesuch in Frankreich seit Benedikt XVI. im Jahr 2008. Papst Franziskus war in seiner gesamten Amtszeit nie nach Paris gekommen. Stationen waren Paris, Saint-Denis, Lourdes und Metz. Überall war die Volksbegeisterung enorm. Laut Vatikan jubelten 300.000 Menschen dem Papst bei seiner Fahrt im Papamobil durch Paris zu und 80.000 Jugendliche kamen zur Gebetsvigil ins Stade de France. Zur Messe am Place de la Concorde kamen auch circa 800.000 Gläubige. Politisch blieb der Besuch aber nicht ohne Reibung: Bereits in seiner ersten Ansprache kritisierte der Papst „l'offre d'une mort programmée" (das Angebot eines vorprogrammierten Todes), eine deutliche Anspielung auf die Sterbehilfe, über die in Frankreich gerade entschieden wurde. Präsident Macron blieb der großen Pariser Messe fern, nahm aber am letzten Tag an der Messe in der Kathedrale von Metz teil. In Lourdes traf Leo XIV. hinter verschlossenen Türen sieben Opfer sexueller Gewalt in der Kirche.

🎒 Schülerproteste: Am 21. September blockierten Schüler das Lycée Saint-Exupéry in Créteil bei Paris mit Mülltonnen aus Protest gegen unbesetzte Lehrerstellen und ausgefallenen Unterricht. Die wichtigste Schülerorganisation (USL) rief daraufhin zu landesweiten Blockaden auf. Über TikTok und Snapchat verbreitete sich die Aktion rasend schnell. Am 30. September waren schon 356 Gymnasien, also etwa jedes zehnte, von Blockaden betroffen, 45 davon vollständig. An diesem Tag gab es 625 Festnahmen, überwiegend Minderjährige. Seit Beginn der Bewegung wurden 65 Schulbedienstete verletzt, darunter 40 Schulleiter, ein Schulleiter etwa durch einen Feuerwerkskörper. Die Schülerorganisationen distanzieren sich ausdrücklich von der Gewalt. Die Polizeiaufsicht IGPN ermittelt ihrerseits zu drei Polizeieinsätzen. Der Konflikt ist auch politisch aufgeladen, da die Linkspartei La France insoumise die Blockaden offen unterstützt. Premierminister Sébastien Lecornu wirft ihr eine „surenchère irresponsable" vor (unverantwortliche Überbietung). Inzwischen geht die Regierung auf die Schüler zu: Eine dreiwöchige Online-Konsultation ist geplant, sowie ein Aktionsplan gegen Unterrichtsausfall. Die Schülerorganisationen rufen für Dienstag, den 6. Oktober, zu einer landesweiten Demonstration auf.

🏛️ Senatswahlen: Die Hälfte des französischen Senats wurde neu gewählt - 178 von 348 Sitzen. Gewählt wird hier nicht vom Volk, sondern indirekt von rund 93.000 „grands électeurs", überwiegend Gemeinderäten. Die Mehrheitsverhältnisse bleiben stabil: Die konservativen Les Républicains bleiben trotz eines Verlusts von 6 Sitzen mit rund 125 Senatoren stärkste Kraft, gefolgt von Sozialisten und Zentristen. Der Rassemblement national (RN) kommt zusammen mit seinen Verbündeten auf 15 Senatoren. Damit kann die Partei von Marine Le Pen erstmals in der Geschichte der Fünften Republik eine eigene Senatsfraktion bilden, mit Redezeit, Posten und Einfluss auf die Tagesordnung. Auch die Linkspartei La France insoumise tritt erstmals in den Senat ein, mit zwei Senatoren. Es war die letzte Wahl vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027.

🎤 Céline Dion: Ein absolut erwartetes Comeback in Paris zum ersten Mal seit 6 Jahren. Seit 2022 leidet die Sängerin aus Québec in der Tat am Stiff-Person-Syndrom, einer seltenen und unheilbaren neurologischen Erkrankung, die Muskelsteifheit und schmerzhafte Krämpfe verursacht. Vor 35.000 Zuschauern eröffnete sie das knapp zweieinhalbstündige Konzert symbolträchtig mit „On ne change pas". Insgesamt soll sie 16 Konzerte geben und im Mai 2027 folgen dann 10 weitere. Auch wirtschaftlich ist das Comeback ein Großereignis. Die regionale Wirtschaftsförderungsagentur schätzt die Einnahmen für die Region aus allen 26 Konzerten auf 500 bis 800 Millionen Euro. Jeder Fan gibt dabei im Schnitt rund 1.500 Euro für Ticket, Unterkunft und Anreise aus.

Für uns Reisende von Interesse

⛷️ Skifahren: Frankreich ist wieder das meistbesuchte Skiland der Welt, zum ersten Mal seit über 10 Jahren. In der Saison 2025/26 zählten die französischen Skigebiete 56,1 Millionen Skifahrertage, ein Plus von 2,4 % (Skifahrertag = eine Person, die an einem Tag die Lifte nutzt). Damit liegt Frankreich vor Österreich (53,7 Millionen) und den USA (52,6 Millionen), die im Vorjahr noch vorne lagen. Getragen wurde das Ergebnis vor allem von den Alpen und den Pyrenäen, dank früher Schneefälle ab Ende November. Es ist die drittbeste Saison aller Zeiten. Ganz so rosig ist die Lage dabei nicht: Schon 2024 hatte der französische Rechnungshof gewarnt, das Geschäftsmodell des französischen Skisports sei am Ende seiner Kräfte, vor allem wegen des Klimawandels.


Bonne semaine! 😊