News de France KW36
Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar
Was die Franzosen am Esstisch besprechen
🎓 Bildung: Die OECD hat die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 veröffentlicht. Für Frankreich fielen sie ernüchternd aus:
- Naturwissenschaften: Rank 27 weltweit (483 Punkten)
- Mathematik: Rank 33 (458 Punkten)
- Leseverständnis: Rank 28 (456 Punkten)
So liegt Frankreich beim Leseverständnis und in Mathematik unter dem OECD-Durchschnitt. Es sind die schlechtesten Werte, die je für Frankreich gemessen wurden. Der Abwärtstrend hat sich sogar zuletzt beschleunigt: Allein seit 2018 hat das Land in Mathematik wie im Leseverständnis jeweils rund 37 Punkte eingebüßt. Nach gängiger OECD-Faustregel entspricht das deutlich mehr als einem verlorenen Schuljahr. Nur die Naturwissenschaften halten sich mit einem Minus von 10 Punkten seit 2018 einigermaßen stabil. Dabei schrumpft insbesondere Frankreichs schulische Elite: Der Anteil der leistungsstärksten 15-Jährigen fiel von 15 % (2003) auf nur noch 5 % (2025). Der Abstand zwischen den stärksten und den schwächsten Schülern verringert sich dadurch... allerdings durch ein Nivellieren nach unten.
🌾 Landwirtschaft: Nach einem Rekordsommer hat Landwirtschaftsministerin Annie Genevard ein Nothilfepaket von über einer Milliarde Euro für französischen Bauern angekündigt. Der Juli 2026 war mit landesweit durchschnittlich 24,9 °C der heißeste je in Frankreich gemessene Monat. 65 % des Staatsgebiets litten unter einer beispiellosen Dürre und 95 Departements unterlagen Wasserbeschränkungen - davon 79 im „Krisen"-Status. In vielen Regionen brachen dementsprechend die Ernteerträge um durchschnittlich 50 % ein. Das Paket kombiniert Entschädigungen für die Verluste mit Mitteln zum Wiederankurbeln der Produktion.
🚒 Feuerwehr: Seit dem 8. September streiken Frankreichs Berufsfeuerwehrleute. Neun Gewerkschaften tragen die landesweite Bewegung, die bewusst mit der Beratung des Haushaltsentwurfs 2027 im Parlament zusammenfällt. Auslöser war die aus Sicht der Gewerkschaften enttäuschende Vorstellung des Gesetzentwurfs zur Modernisierung des Zivilschutzes durch Innenminister Laurent Nuñez. Die Feuerwehrleute fordern unter anderem 21.000 zusätzliche Berufsstellen, eine dauerhafte Finanzierung der Rettungsdienste und die Anerkennung ihres Berufs als „gefährlich". Hintergrund sind die verheerenden Waldbrände dieses Sommers, bei denen vier Feuerwehrleute ums Leben kamen und Dutzende verletzt wurden. Wegen der gesetzlichen Pflicht zur Aufrechterhaltung des Notdienstes bleiben die Rettungseinsätze allerdings gewährleistet. Eine zentrale Kundgebung ist für den 29. September in Paris geplant. Der Streik soll 6 Wochen dauern, also bis zum 20. Oktober.
👶 Vornamen: Pünktlich erscheint dieser Tage „L'Officiel des prénoms 2027", das jährliche Standardwerk zu Frankreichs Vornamen-Trends. Auf Basis von offiziellen Daten sagt es für 2027 erneut Louise und Gabriel an der Spitze voraus. Bei den Mädchen folgen dann Jade, Ambre, Alma und Adèle. Bei den Jungen: Noah, Léo, Raphaël und Louis. Im Trend liegen kurze Namen, weiche Endungen auf „-a" und „-ia" bei Mädchen sowie ein deutliches Retro-Revival und ein „Serien-Effekt". Vornamen wie Esmée oder Alba, inspiriert von TV-Serien, sollen tatsächlich beliebter werden.
Für uns Reisende von Interesse
🗼 Tour Eiffel: Frankreichs berühmtestes Wahrzeichen blieb am Montag, den 7. September, den ganzen Tag geschlossen, wegen eines Streiks der Belegschaft. Auslöser davon war der protokollarische Besuch einer rund hundertköpfigen hinduistischen Delegation. Weibliche Beschäftigte wurden demnach aufgefordert, ihre Posten zu verlassen und sich in Nebenräume zurückzuziehen. Die Delegation hatte in der Tat im Vorfeld darum gebeten, den Besuch ihres spirituellen Vertreters „unter Begrenzung der Interaktionen mit Frauen" zu organisieren. Die Belegschaft verurteilte „berufliche Anweisungen, die dazu führten, Mitarbeiterinnen aufgrund ihres Geschlechts beiseitezuschieben, zu ersetzen und unsichtbar zu machen". Gleichstellungsministerin Aurore Bergé reagierte ebenfalls: „In Frankreich verlangt man von Frauen nicht, sich unsichtbar zu machen. Kein Dogma, keine Religion steht über den Gesetzen der Republik." Auch der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire sprach von einer „faktischen Diskriminierung" und von „Gewalt gegen Frauen". Am Dienstagmorgen öffnete der Turm wieder. Besucher mit gültigem Ticket werden entschädigt.
Bonne semaine! 😊
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