News de France KW31 & 32
Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar
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Was die Franzosen am Esstisch besprechen
💻 Cyberangriff: 678.000 Privatpersonen und Unternehmen wurden von einem Datendiebstahl der französischen Steuerverwaltung DGFiP betroffen. Name und Vorname, steuerlicher Referenzeinkommen und individueller Quellensteuersatz wurden unter anderem dabei geklaut. Die zwei Einbrüche in das Informationssystem fanden bereits Ende Juni und Ende Juli statt. Die Täter verschafften sich den Zugang durch Identitätsdiebstahl. Öffentlich wurde der Fall erst, als ein Angreifer die Tat in einem Darkweb-Forum für sich reklamierte. Am Tag darauf bestätigte das Wirtschaftsministerium den „unrechtmäßigen Zugriff". Es ist der zweite Vorfall dieser Art binnen eines halben Jahres. Bereits im Februar 2026 war das nationale Bankkontenregister FICOBA über gestohlene Zugangsdaten eines Beamten abgeschöpft worden.
🛡️ Wirtschaftssouveränität: Premierminister Sébastien Lecornu hat ein Dekret veröffentlichen lassen, das die Kontrolle ausländischer Beteiligungen an französischen Unternehmen deutlich verschärft. Bislang musste das Wirtschaftsministerium erst zustimmen, wenn ein nicht-europäischer Investor 25 % an einem börsennotierten französischen Unternehmen eines sensiblen Sektors erwarb. Diese Schwelle sinkt nun auf 10 % und zwar unabhängig davon, an welcher Börse das Unternehmen notiert ist - in Frankreich oder im Ausland. Betroffen sind nur Investoren von außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums. Als sensibel gelten unter anderem Luft- und Raumfahrt, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter und das Hosting sensibler Daten. Paris begründet den Schritt mit den „starken geopolitischen Spannungen" und will opportunistische Minderheitsbeteiligungen früher stoppen können. Damit die Finanzierung börsennotierter Unternehmen nicht ausgebremst wird, hat das Ministerium nur 10 Tage Zeit, um über eine vertiefte Prüfung zu entscheiden.
👶 Säuglingssterblichkeit: Ein Bericht der französischen Sozialaufsichtsbehörde IGAS, der die Organisation der Geburtsmedizin untersucht, zeichnet ein düsteres Bild: 2024 starben in Frankreich rund 2.700 Kinder vor ihrem ersten Geburtstag. Das sind 4,1 je 1.000 Lebendgeburten, sprich eines von 250 Kindern. Frankreich liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 3,3 ‰. Läge das Land nur im europäischen Mittel, wären allein 2024 rund 530 Todesfälle vermieden worden... auf dem Niveau Italiens oder Portugals (2,5 ‰) wären es über 1.000. Der Bericht zeigt zudem ein deutliches soziales Gefälle: Bei Kindern von Müttern in leitenden Berufen liegt die Rate bei 2,2 ‰, bei Kindern von Müttern ohne Erwerbstätigkeit bei 5,1 ‰. In den Überseegebieten ist sie mit 8,0 ‰ außerdem mehr als doppelt so hoch wie im europäischen Frankreich. Der Bericht ist eigentlich auf Januar 2026 datiert. Er wurde aber erst am 4. August veröffentlicht, nachdem die Satirezeitung „Le Canard enchaîné" seine Existenz publik gemacht hatte.
💶 Geldschein-Design: Ein französischer Gestaltungsbüro ist noch im Rennen um das Design der nächsten Euro-Banknoten: Das Studio Idaë der Designerin Isabelle Daëron ist tatsächlich das einzige französische Team unter den zehn Entwürfen, die die Europäische Zentralbank in die Endauswahl genommen hat. Mehr als 1.200 Bewerbungen waren eingegangen. Eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten wählte dann 10 aus den besten 25 Ideen aus. Bis zum 21. September können alle Bewohner der Eurozone online abstimmen; entscheiden wird der EZB-Rat zum Jahresende. Im Umlauf wären die neuen Scheine frühestens 2030.
Für uns Reisende von Interesse
🚄 Paris-Berlin: Die von der SNCF mitvermarktete Direktverbindung zwischen Paris und Berlin fährt vorerst nicht mehr. Die Deutsche Bahn hat den durchgehenden ICE Anfang August aus dem Fahrplan genommen und begründet das mit technischen Problemen am europäischen Zugsicherungssystem ETCS, das der französische Hersteller Alstom in die Züge einbaut. Alstom erklärt, man arbeite intensiv an einer raschen Wiederherstellung. Wann es so weit ist, ist noch offen. Die Strecke war im Dezember 2024 mit großem Zeremoniell eröffnet worden und war zuletzt zu durchschnittlich 80 % ausgelastet.
Magie der Welt
🌒 Sonnenfinsternis: Zum ersten Mal seit 1999 erlebte Frankreich am 12. August wieder ein astronomisches Ereignis dieser Größenordnung. Total war die Finsternis zwar nur über Grönland, Island, Nordspanien und den Balearen. In Frankreich wurde die Sonnenscheibe aber je nach Region sehr weitgehend verdeckt: Bis zu 99,5 % im äußersten Südwesten, rund 92% in Paris, 96 % in Brest... Wer den Moment verpasst hat, muss sich allerdings gedulden. Die nächste totale Sonnenfinsternis über dem französischen Festland fällt in der Tat... auf den 3. September 2081! Hier ein paar Bilder der Finsternis-Stimmung in Paris:
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