News de France KW25

Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar

„Versailles ist kein vergoldetes Blech, das ist der echte Deal“ Donald J. Trump (1946-), Präsident der Vereinigten Staaten

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Was die Franzosen am Esstisch besprechen

Fußball-WM: Frankreich ist mit einem Sieg in die Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Die Bleus gewannen ihr Auftaktspiel gegen den Senegal mit 3:1. Vor der Partie hatte Ousmane Sonko, der ehemalige Premierminister und heutige Präsident der senegalesischen Nationalversammlung, dem Spiel eine politische Lesart gegeben: „Wer auch immer gewinnt, es wird Afrika sein, das Afrika geschlagen hat“, eine Anspielung auf die vielen Spieler afrikanischer Herkunft im französischen Team und auf die Debatten über Einwanderung und die Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Man könnte den Spieß allerdings auch umdrehen: Dank seines effizienten Nachwuchssystems ist Frankreich das mit Abstand am häufigsten vertretene Geburtsland des gesamten Turniers. 99 teilnehmenden Spieler wurden in Frankreich geboren, weit vor den Niederlanden (67), Deutschland (50) und England (49). Von diesen 99 spielen nur 23 für die französische Nationalmannschaft selbst. Algerien zählt 13 in Frankreich geborene Spieler, Haiti 12, die Demokratische Republik Kongo 11 und der Senegal 10.

🎓 Abitur: Wie jedes Jahr eröffnete die Philosophieprüfung das französische Abitur (Baccalauréat). Eine vierstündige schriftliche Klausur, die in Frankreich traditionell den Auftakt der Prüfungssaison bildet und an der dieses Jahr über 530.000 Kandidaten teilnahmen. Im allgemeinbildenden Zweig hatten die Schüler die Wahl zwischen drei Themen:

  • „Haben wir unsere Worte unter Kontrolle?“ (Aufsatz)
  • „Kann man glücklich sein, wenn die anderen es nicht sind?“ (Aufsatz)
  • Texterklärung eines Auszugs aus Friedrich Nietzsches „Menschliches, Allzumenschliches“ (1878).

Die Philosophie ist in Frankreich ein Pflichtfach im letzten Schuljahr und genießt einen fast kultischen Stellenwert.

🤖 Künstliche Intelligenz: Am Vorabend der Pariser Tech-Messe VivaTech kündigte Premierminister Sébastien Lecornu drei Maßnahmen zur digitalen Souveränität an:

  • Zusätzliche 655 Millionen Euro für die KI bis 2030,
  • Schrittweise Einführung eines eigenen KI-Assistenten des französischen Anbieters Mistral für rund eine Million Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bis Jahresende.
  • Bruch mit dem amerikanischen Datenanalyse-Konzern Palantir. Der Inlandsgeheimdienst DGSI soll Palantir künftig durch das französische Unternehmen ChapsVision ersetzen.

🕊️ Diplomatie in Versailles: Am 17. Juni unterzeichnete US-Präsident Donald Trump im Schloss Versailles ein vorläufiges, rechtlich nicht bindendes Abkommen zur Deeskalation des Konflikts USA-Iran. Der iranische Präsident Massoud Pezeshkian hatte bereits am Wochenende zuvor elektronisch aus Teheran unterzeichnet. Dass Trump ausgerechnet in Frankreich unterschrieb, kam wohl überraschend. Eigentlich sollte der Prozess im schweizerischen Luzern weitergehen. Trump setzte seine Unterschrift jedoch kurzerhand bei Macron, eine Entscheidung, die laut dem französischen Präsidenten selbst „recht spontan“ fiel. Für Macron ist es ein diplomatischer Coup und ein Versuch, das angekratzte diplomatische Prestige von Paris wiederherzustellen.

Für uns Reisende von Interesse

🎶 Musik: Heute Abend, am Sonntag, dem 21. Juni, findet in ganz Frankreich das traditionnelle Musikfest Fête de la Musique statt.

🏰 Kultur: Ein neues „Pass Patrimoine“ sollte bald angeboten werden. Diese Jahreskarte soll ab September ein Jahr lang unbegrenzten Zutritt zu rund 500 Denkmälern, Schlössern, Museen und Gärten in ganz Frankreich gewähren. Darunter zählen Highlights wie Versailles, Chambord und Fontainebleau, aber auch weniger bekannte Orte wie das Maison de Colette. Der Preis dürfte bei rund 100 Euro pro Jahr liegen, der genaue Betrag wird jedoch im September bekannt gegeben. Der bestehende „Passion Monuments“-Pass bleibt dabei bestehen. Es kostet 49 Euro und deckt rund 80 Stätten ab.

🌡️ Hitze: Neue Hitzewelle in Frankreich. 35 Départements befinden sich heute in der Hitzewarnstufe Rot und 45 in der Alarmstufe Orange, mit Temperaturen, die über die 40 °C erreichen und rund 10 °C über den saisonalen Normalwerten liegen. Laut Météo-France ist diese Juni-Episode in ihrer Intensität mit den Hitzewellen vom Juli 2019 und August 2003 vergleichbar und damit schwerer als alles, was zu dieser Jahreszeit je gemessen wurde.


Bonne semaine! 😊