News de France KW10

Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar

"Die Wahrheit von morgen speist sich aus den Fehlern von gestern." Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Pilot

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Was die Franzosen am Esstisch besprechen

☢️ Nuklearer Schutzschirm: Emmanuel Macron hat eine historische Wende in der französischen Nukleardoktrin verkündet. Mehrere europäische Länder, darunter Deutschland, Großbritannien, Polen, die Niederlande, Belgien und Dänemark, werden an französischen Nuklearübungen teilnehmen können. Französische Kampfjets mit Atomwaffen könnten auch künftig auf Stützpunkten verbündeter Staaten stationiert werden. Macron ordnete gleichzeitig eine Aufstockung der nuklearen Sprengköpfe an (derzeit 290) und erklärte, Frankreich werde die genaue Zahl künftig nicht mehr veröffentlichen. Berlin und Paris gründeten noch am selben Tag eine gemeinsame „nukleare Steuerungsgruppe". Die letzte Entscheidung über den Einsatz der Atomwaffe soll allerdings allein beim französischen Präsidenten bleiben.

🎵 Eurovision : Frankreich schickt Monroe, eine 17-jährige franko-amerikanische Opernsängerin, zum Eurovision Song Contest 2026 nach Wien (Finale am 16. Mai). Monroe gewann die Talentshow für klassische Kunst „Prodiges" und wird den Titel „Regarde !" singen, eine Mischung aus Pop und Klassik. Sie wird jedoch nicht die einzige französische Kandidatin beim diesjährigen Eurovision Song Contest sein. Für Israel tritt der 27-jährige Noam Bettan an, ein franko-israelischer Sänger, dessen Eltern aus Grenoble nach Israel ausgewandert sind. Sein Lied „Michelle" ist übrigens größtenteils auf Französisch. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels (Spanien, Irland, Island, die Niederlande und Slowenien).

🗣 Mélenchon-Affäre : Jean-Luc Mélenchon, Chef der Linkspartei La France insoumise, hat sich eine heftige Antisemitismus-Debatte eingehandelt. Erst ironisierte er über die Aussprache des Namens Jeffrey Epstein (der aus einer aschkenasisch-jüdischen Familie stammte). Ein paar Tage später verhaspelte er sich bei einer Wahlkampfveranstaltung beim Namen des französischen Europaabgeordneten Raphaël Glucksmann. Mélenchon entschuldigte sich später und beteuerte, er „stolpere immer über Namen". Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, sprach seinerseits von einer Abdrift in „die braunen Gewässer des Antisemitismus“. Die Kommunalwahlen stehen am 15. und 22. März vor der Tür, und die Linksparteien bleiben gespalten.

Für uns Reisende von Interesse

🐄 Mercosur: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die vorläufige Anwendung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten trotz der zuvor ablehnenden Abstimmung des Europäischen Parlaments angekündigt. Emmanuel Macron nannte die Entscheidung eine „böse Überraschung" und einen „einseitigen Beschluss", der den Landwirten gegenüber „eine sehr schwere Verantwortung" darstelle. Deutschland begrüßte den Schritt hingegen. Das Abkommen sieht vor, Zölle auf über 90 % des bilateralen Handels abzuschaffen und einen Markt von 720 Millionen Verbrauchern zu schaffen. Frankreichs Bauern fürchten eine Überschwemmung mit billigerem südamerikanischen Rindfleisch, Geflügel und Soja, das nicht denselben Standards entspricht.

🌸 Wetter : Nach einem ungewöhnlich nassen Winter erlebt Frankreich seit Anfang März eine frühlinghafte Mildephase, die Météo France als „bemerkenswert in ihrer Dauer" bezeichnet. Die Temperaturen erreichen landesweit 15 bis 20 °C, weit über den saisonalen Durchschnittswerten. In den Hauts-de-France wurden sogar 19 °C gemessen. Jede Medaille hat aber ihre Kehrseite: Die Vegetation treibt früh aus und ist anfällig, falls der Frost noch einmal zurückkehrt. Wer gerade eine Reise nach Frankreich plant, kann sich jedenfalls über Terrassenwetter freuen.


Bonne semaine! 😊