Marseille ist keine Stadt für halbe Sachen: Entweder du liebst sie oder du verstehst sie nicht.
Die zweitgrößte Stadt Frankreichs ist dynamisch, chaotisch aber irgendwie auch super authentisch.
Inhaltsverzeichnis - Was dich in diesem Guide erwartet:
- Aktivitäten & Top Sehenswürdigkeiten in Marseille
- Tagesausflüge & Touren von Marseille aus
- Transport: Ubahn, Bus, Tram
- Sicherheit: Die Wahrheit über Kriminalität in Marseille
- Essen & Hotels
- Ehrliche Tipps mit praktischen Informationen für deinen Besuch
Transparenz-Hinweis: Ich bin Französin und und ich bin mehrmals zu verschiedenen Jahreszeiten in Marseille gewesen. Meine Cousine wohnt auch seit Jahren dort. Meine Empfehlungen basieren auf eigener Erfahrung.
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Top Sehenswürdigkeiten in Marseille
Marseille ist anders als viele französische Städte. Die Atmosphäre allein ist einzigartig, aber vor allem findest du hier kein richtiges Stadtzentrum mit seiner niedlichen Kirche, um die sich alles dreht. Nein, Marseille besteht aus einer Reihe von Stadtvierteln, fast schon Dörfern, von denen jedes seine eigene Seele hat.
Le Vieux-Port: Das Herz von Marseille
Was dich erwartet
Wenn man ein Zentrum in Marseille finden müsste, würde ich sagen, dass es der Vieux Port ist. Und dennoch bin ich mir sicher, dass mir viele Marseiller sagen würden, dass ich die Stadt überhaupt nicht verstanden habe. Weißt du, leidenschaftliche Diskussionen gehören hier eben zum Savoir Vivre dazu.

In dieser Bucht landeten jedenfalls die Griechen im Jahr 600 v. Chr. Dieses Volk namens Phokäer gab der Stadt ihren Beinamen auf Französisch: „la cité phocéenne” (die phokäische Stadt).
Der Alte Hafen war auch bis Mitte des 19. Jahrhunderts das wirtschaftliche Zentrum von Marseille. In diesem Herzen pulsierte der Handel mit dem Mittelmeer und später mit den französischen Kolonien. Heute ist er kein Arbeitshafen mehr, sondern ein Jachthafen umgeben von Restaurants, Cafés und vielen Menschen.

Am Morgen findet am Quai des Belges der Fischmarkt statt. Fischer verkaufen hier direkt vom Boot, was sie gefangen haben. Eine ganz nette Atmosphäre. Ansonsten ist der Alte Hafen besonders fotogen. Vom passend benannten „Quai du Port” aus hast du einen herrlichen Blick auf die Basilika Notre-Dame de la Garde, die wohlwollend über das ausdrucksvolle Volk wacht, das hier lebt.
Praktische Tipps
- Treffpunkt: Von hier aus starten auch zahlreiche Bootstouren, insbesondere zu den Calanques und zum Château d'If.
- Ferry-Boat: Überquert den Hafen für 0,50 Euro und verbindet die beiden Ufer in wenigen Minuten. Eine nette kleine Überfahrt, die Marseillais seit Generationen nutzen.
- Fischmarkt: Morgens geöffnet, am besten zwischen 8 und 12 Uhr.
- Ankunft: Du erreichst den Alten Hafen von überall in der Stadt aus ganz einfach mit der Metro-Linie 1. Auch zahlreiche Busse halten dort.

Basilique Notre-Dame de la Garde
Was dich erwartet
Die Basilique Notre-Dame de la Garde ist das Wahrzeichen von Marseille schlechthin. Die Basilika ist wohl eher ein Highlight als ein Geheimtipp, und trotzdem bin ich jedes Mal aufs Neue von ihr fasziniert.

Notre Dame de la Garde thront 150 Meter über dem Meeresspiegel auf dem höchsten Hügel der Stadt. Auf dem Glockenturm steht die berühmte goldene Statue der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind.

Diese Statue aus dem Jahr 1869 wird von den Marseillais liebevoll "La Bonne Mère" (Die Gute Mutter auf Deutsch) genannt. Sie misst über 11 Meter und wiegt fast 10 Tonnen. Nach monatelangen Arbeiten wurde sie übrigens 2025 neu vergoldet. Jetzt ist sie also wieder in voller Pracht zu sehen und bereit, sich von allen knipsen zu lassen.
Im Inneren der Basilika findest du einen romano-byzantinischen Stil mit Mosaiken und zahlreichen Ex-Votos, die Matrosen und Gläubige als Dank hinterlassen haben. Die Krypta ist schlicht gehalten, im Gegensatz zur reich verzierten oberen Kirche.

Für mich ist aber die Aussicht das Highlight. Von hier oben hast du einen 360-Grad-Blick über Marseille, das Meer, die Inseln des Frioul-Archipels und bei gutem Wetter bis zu den Bergen im Hinterland.

Praktische Tipps für Besucher
- Ankommen: Ich empfehle dir, zu Fuß vom Vieux-Port hochzugehen. Diese Seitenstraßen sind steil, keine Frage, aber der Aufstieg dauert nur 20-30 Minuten und ist viel interessanter als der Petit Train.
- Alternativ können Reisende den Petit Train touristique nehmen, der vom Vieux-Port abfährt, oder den Bus 60 der RTM.
- Aufpassen mit der Sonne: Meide die Mittagszeit im Sommer. Die Hitze auf dem Hügel ist brutal und es gibt kaum Schatten. Früh morgens oder am späten Nachmittag ist ideal. Wochenenden sind voller als unter der Woche.
- Eintritt zur Basilika frei.

Le Panier: Das älteste Viertel der Metropole
Was dich erwartet
Le Panier ist das älteste Viertel von Marseille. Es liegt auf einem Hügel nördlich des Alten Hafens und war früher das griechische Herz der Stadt. Heute ist es eine Mischung aus Gentrifizierung, Airbnbs und altem Marseille.

Diese Altstadt ist für ihre engen Gassen mit ockerfarbenen Fassaden sowie für ihre bunten Fensterläden und Wäscheleinen bekannt. Street Art ziert viele Wände, während kleine Läden Keramik, Seife und Kunsthandwerk verkaufen. Du verstehst schnell, warum das Viertel soviel Beliebtheit genießt.
In den letzten Jahren haben sich jedoch viele Einwohner über die zunehmende „Instagram-isierung” des Viertels beschwert. Die Vielzahl an Ferienwohnungen beeinträchtigte den Dorfcharakter. Doch das dürfte sich bald ändern. Die Stadtverwaltung hat ziemlich radikale Maßnahmen ergriffen, um gegen die Verbreitung von Airbnbs in der Innenstadt vorzugehen.

Der Name "Le Panier" (Der Korb) stammt wahrscheinlich von einer Auberge namens "Le Logis du Panier", die hier im 17. Jahrhundert stand.
Praktische Tipps
- Spaziergang ab dem Alten Hafen (etw 10 Minuten zu Fuß)
- Sehenswertes: Rue du Panier, Montée du Saint-Esprit, Rue des Cordelles, Place des Moulins... Verlaufe dich ein bisschen in die Gassen, das gehört ja dazu.
- Tipp: Versuche, durch die weniger frequentierten Gassen zu schlendern. Dort wirst du eine typischere, authentischere Facette entdecken.

MuCEM: Museum der Mittelmeer-Zivilisationen
Was dich erwartet
Das MuCEM (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeerraums) ist eines der wichtigsten Museen in Marseille. Es wurde 2013 eröffnet, als Marseille europäische Kulturhauptstadt war.

Die Architektur des MuCEM ist spektakulär. Es ist nicht unbedingt mein persönlicher Baustil, aber es wirkt. Das Gebäude J4 ist von einer Betonspitze umgeben, die an traditionelle mediterrane Moucharabiehs erinnert. Eine Passerelle verbindet das Museum mit dem historischen Fort Saint-Jean, das ebenfalls zum Museumskomplex gehört.
Die Ausstellungen beschäftigen sich mit den Zivilisationen Europas und des Mittelmeers, von der Antike bis heute. Es gibt permanente Sammlungen und wechselnde Ausstellungen. Die Themen sind vielfältig: Geschichte, Anthropologie, Kunst, Religion, Migration.

Die Qualität der Ausstellungen ist sehr gut. Ich muss allerdings sagen, dass die Organisation des Museums manchmal verwirrend ist. Die Expositionen sind auf verschiedene Etagen verteilt, und es ist nicht immer klar, wo sich was befindet. Aber wenn du dich nicht stressen lässt und dir Zeit nimmst, lohnt es sich absolut.

Praktische Tipps
- Preise: 11 Euro Vollpreis, 7,50 Euro ermäßigt, gratis für unter 18-Jährige. Auch Ermäßigungen für Familien (aka Eltern). Eintritt für alle frei am ersten Sonntag im Monat.
- Öffnungszeiten:
- Juli-August: 10-20 Uhr
- September-Oktober sowie Mai-Juni: 10-19 Uhr
- November-April: 10-18 Uhr
- Geschlossen: Dienstag, 1. Mai, 25. Dezember
- Besuch: Plane mindestens 2-3 Stunden ein. Du erreichst das MuCEM mit der Métro Linie 1, Station Vieux-Port, dann 15 Minuten zu Fuß entlang des Hafens. Oder zu Fuß direkt vom Alten Hafen, auch super schön.
Grotte Cosquer
Was dich erwartet
Die Grotte Cosquer ist eigentlich eine prähistorische Höhle bei Marseille, deren Eingang 37 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Sie wurde 1985 vom Taucher Henri Cosquer entdeckt und enthält Höhlenmalereien aus der Zeit vor 19.000-33.000 Jahren. Es handelt sich um die einzige verzierte Höhle der Welt, deren Eingang sich unter dem Meer öffnet. Damals lag der Meeresspiegel des Mittelmeers 110 bis 120 Meter tiefer als heute. Die Menschen der Altsteinzeit konnten den Ort daher bequem zu Fuß erreichen.

Leider steigt der Meeresspiegel aufgrund der globalen Erwärmung weiter an. Einige Gemälde sind daher vom Verschwinden bedroht. Deshalb wurde eine exakte Nachbildung in der Villa Méditerranée gebaut, direkt neben dem MuCEM.
Das Museum mit der Nachbildung wurde erst 2022 eröffnet und erfreute sich sofort großer Beliebtheit. Da ich mit meiner weniger als 3-jährigen Tochter unterwegs bin, konnte ich es leider nie besuchen. Laut meiner Cousine, die in Marseille lebt, ist es jedoch eine der besten Aktivitäten, die du in Marseille unternehmen kannst. Ich empfehle es dir daher herzlich weiter.
Praktische Tipps
- Besuch: Du steigst in "Module" zu je 6 Personen ein, die dich durch die nachgebildete Höhle fahren. Die Tour dauert etwa 35 Minuten. Danach kannst du die Galerie Méditerranée besuchen, die mehr über die prähistorische Zeit erklärt.
- Preise: 18 Euro für Erwachsene (ab 18), 11 Euro (10-17 Jahre), 6 Euro (6-9 Jahre), gratis bis 5 Jahre.
- Mit Kindern: Kinder unter 3 Jahren sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Meine Cousine hat es jedoch bereits mit einem 4-jährigen Kind besucht und es hat ihm sehr gut gefallen!
- Öffnungszeiten: Täglich von 9:30 bis 19:30 Uhr im Sommer. Etwas weniger ansonsten.
- Wichtig: Reservierung online stark empfohlen, besonders in der Hochsaison. Die Plätze in den Modulen sind begrenzt.
Château d'If: Bootsfahrt zur Gefängnisinsel
Was dich erwartet
Das Château d'If ist eine Festung auf einer kleinen Insel im Frioul-Archipel, etwa 1,5 km vor der Küste Marseilles. Es wurde im 16. Jahrhundert unter König Franz I. erbaut, um die Stadt zu verteidigen.

Aber berühmt wurde es als Gefängnis. Vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren hier politische Gefangene und andere Häftlinge eingesperrt. Alexandre Dumas machte das Château d'If unsterblich in seinem Roman "Le Comte de Monte-Cristo". Edmond Dantès, der Held, wird hier zu Unrecht eingekerkert und plant seine spektakuläre Flucht. Alle Franzosen kennen noch heute dieses Abenteuer. Regelmäßig kommen Filme über diese Geschichte heraus.

Du kannst verschiedene Zellen besichtigen, darunter die angebliche Zelle von Edmond Dantès mit dem Loch, durch das er geflohen sein soll. Das wurde natürlich für Touristen hinzugefügt, aber gut, es gehört zum Mythos dazu. Die Aussicht auf Marseille von der Insel ist natürlich ebenfalls beeindruckend.

Praktische Tipps
- Touren: Die Boote des Frioul If Express fahren vom Alten Hafen ab. Die Hin- und Rückfahrt kostet 11,10 Euro. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten.
- Eintritt: Der Eintritt ins Château kostet extra (7 Euro).
- Abfahrtszeiten: Variieren je nach Saison. Erste Abfahrten sind meist gegen 9 Uhr, letzte Rückfahrten gegen 17:30 Uhr.
- Wichtig: Bei schlechtem Wetter werden die Überfahrten annulliert, denn bei Wind ist es schwierig, auf der Insel anzulegen. Im Winter ist ein Besuch daher oft nicht möglich.
La Corniche Kennedy und die Strände von Marseille
Was dich erwartet
Die Corniche Kennedy ist eine etwa 5 Kilometer lange Küstenstraße, die vom Alten Hafen Richtung Süden führt. Sie bietet ganz schöne Ausblicke auf das Meer und die Inseln.

Entlang der Corniche findest du verschiedene Strände und Buchten. Es sind zwar keine karibischen Traumstrände, doch für eine Großstadt sind sie absolut in Ordnung. Ein Kriegsdenkmal, das sogenannte Denkmal für die Gefallenen der Orientarmee und der fernen Länder, befindet sich ebenfalls dort.

Geheimtipp: Vallon des Auffes
Kleiner malerischer Fischerhafen an der Corniche Kennedy. Sehr typisch, ein echtes Wahrzeichen von Marseille. Wenn du gerne fotografierst, solltest du unbedingt einen Blick darauf werfen!

Praktische Tipps
Strände & Buchten:
- Plage des Catalans: Am nächsten zum Zentrum, relativ klein.
- Plage du Prophète: Familienfreundlicher, etwas mehr Platz.
- Plages du Prado: Die größten Strände, weiter südlich, mit mehr Infrastruktur.
Du erreichst die Strände mit dem Bus oder der Métro Linie 1 bis Rond-Point du Prado, dann weiter mit dem Bus.

Nationalpark Calanques: Marseilles Naturwunder
Was dich erwartet
Die Calanques sind steile Kalksteinklippen, die ins türkisfarbene Meer abfallen. Sie erstrecken sich von Marseille bis nach Cassis und bilden einen Nationalpark.
Die Calanques sind keine Sandstrände mit Liegestühlen. Diese kleine Buchten sind wild, manchmal schwer zugänglich und genau deswegen so besonders. Ein Highlight! Jede hat ihren eigenen Charakter. Das Wasser ist dort oft etwas kühler als anderswo... aber keine Angst, es bleibt das Mittelmeer!

Praktische Tipps
Anreise
Die Calanques sind vom Land aus, aber auch vom Meer aus mit dem Boot oder Kajak erreichbar.
- Mit dem Auto: Fahre bis zu den Parkplätzen bei Luminy oder Sormiou, dann geht es zu Fuß weiter.
- Mit dem Bus: Linie 21 bis Luminy.
Welche Calanque?
- Sormiou: Leicht zugänglich, familienfreundlich, relativ viel Betrieb im Sommer.
- Sugiton: Zugang mit kostenloser Reservierung im Sommer.
- Morgiou: Ruhiger als Sormiou, mit kleinem Fischerhafen und Hütten.
- En-Vau: Die schönste, aber auch die schwierigste zu erreichen (steil, vergiss die Flip-Flops).
Port-Pin ist auch herrlich, befindet sich jedoch näher an Cassis und weiter entfernt von Marseille.
Wichtig zu beachten
Im Sommer sind die Calanques oft wegen Brandgefahr geschlossen. Der Präfekt kann sie von einem Tag auf den anderen sperren. Informiere dich vor deinem Besuch auf der offiziellen Website für Brände.
Wie schon erwähnt musst du dich für manche Calanques kostenlos online vorab registrieren. Das System wurde eingeführt, um den Besucherstrom zu kontrollieren.
Bring genug Wasser mit, es gibt keine Infrastruktur. Und nimm deinen Müll wieder mit.
Weitere Marseille Sehenswürdigkeiten
Cours Julien
Le Cours Julien ist das alternative Viertel von Marseille mit Street Art und Hipster-Cafés. Mittwochs morgens findet hier ein Markt statt. Das Viertel ist auch nachts sehr lebendig.
Canebière

Die Canebière war früher die prächtige Hauptstraße von Marseille, eine Art "Champs-Élysées des Südens". Sie verbindet den Vieux-Port mit dem Gare Saint-Charles. Heute ist die Canebière etwas heruntergekommen, aber immer noch die wichtigste Achse der Stadt. Der Ort ist multikulturell und voller Leben. Interessant anzusehen, aber du verbringst dort nicht Stunden.
Palais Longchamp
Der Palais Longchamp wurde zwischen 1862 und 1869 erbaut, um die Ankunft des Wassers aus der Durance in Marseille zu feiern. Heute beherbergt er das Musée des Beaux-Arts und das Muséum d'Histoire Naturelle.

Der Park rundherum ist angenehm für einen Spaziergang.
Cathédrale de la Major
Die Cathédrale de la Major ist eine der größten Kathedralen Frankreichs. Sie wurde zwischen 1852 und 1893 im byzantinisch-romanischen Stil erbaut.

Die charakteristischen grün-weißen Streifen der Fassade sind aus verschiedenen Steinsorten. Die Kuppel ist beeindruckend.
Wie immer in Frankreich ist der Eintritt in die Kathedrale frei. Die Kathedrale liegt etwa 5 Minuten zu Fuß vom MuCEM und der Altstadt entfernt.
Château Borély
Das Château Borély ist eine Bastide aus dem 18. Jahrhundert, erbaut von der Familie Borély, reichen Kaufleuten aus dem Handel mit Ägypten. Heute beherbergt das Château das Museum für dekorative Künste, Fayence und Mode mit Sammlungen vom 18. Jahrhundert bis heute. Das Schloss liegt außerdem im 17 Hektar großen Parc Borély, dem meistbesuchten Park der Stadt.
Praktische Informationen: Musée des Arts décoratifs, de la Faïence et de la Mode geöffnet Dienstag bis Sonntag 9-18 Uhr. Kostenlose permanente Sammlungen. Zugang zu den temporären Ausstellungen kostenpflichtig, Preis variiert je nach Ausstellung.
Tagesausflüge
Wenn dir die Sehenswürdigkeiten in Marseille nicht ausreichen, findest du hier einige Ideen für Ausflüge in die Umgebung:
- Cassis: Fischerdorf, Wein, auch toll für Wanderungen in den Calanques und Strandurlaub. 30 Minuten mit dem Auto.
- Aix-en-Provence: Bürgerliche Stadt, Brunnen, provenzalischer Markt, Cours Mirabeau. 30 Minuten Fahrtzeit.
- Arles: Römische Arena, Kreuzgang Saint-Trophime, Spuren von Van Gogh in den Gassen der Innenstadt. Ausgangspunkt für die Camargue. 1 Stunde.
- Les Baux-de-Provence: Mittelalterliches Bergdorf, Carrières de Lumières (immersive Projektionen von Kunstwerken, tolle Aktivität). 1 Stunde.
- Avignon: Papstpalast, Pont Saint-Bénézet, Theaterfestival im Juli. 75 Minuten.
- Camargue: Salin-de-Giraud, Saintes-Maries-de-la-Mer, Vielfalt an Flamingos im Vogelpark Pont de Gau. 1-1,5 Stunde.

Praktische Tipps für deinen Marseille-Besuch
Öffentliche Verkehrsmittel in Marseille
Das Verkehrsnetz von Marseille heißt RTM (Régie des Transports Métropolitains) und umfasst Métro, Tram und Bus.
Netzwerk
- 2 Métro-Linien: Ein bisschen veraltet, aber sie funktionieren. Linie 1 verbindet Gare Saint-Charles mit dem Vieux-Port und den südlichen Stadtteilen. Linie 2 geht von Sainte-Marguerite nach Gèze.
- Tram: Modern und angenehm. Drei Linien (T1, T2, T3) bedienen verschiedene Stadtteile.
- Bus: Sehr praktisch, um dorthin zu kommen, wo die Métro nicht hinfährt. Der Rhythmus ist manchmal unregelmäßig. Marseille halt!

Tarife (Stand Februar 2026)
- Einzelticket: 1,70 Euro
- Pass 24h: 5,20 Euro
- Pass 72h: 10,80 Euro
- Kinder unter 11 Jahren fahren kostenlos, sowie Reisende über 65 Jahre, die in der Region Marseille wohnen (gilt also nicht für Touristen!)
Ein Ticket gilt 1 Stunde mit unbegrenzten Umstiegen zwischen Bus, Tram und Métro (aber nur ein Métro-Zugang pro Fahrt).
Auto in Marseille
In Marseille Auto zu fahren ist nicht immer ideal. Die Straßen sind oft verstopft und Parken ist eine Qual. Ich empfehle dir daher, wenn möglich ein Hotel mit Parkplatz zu suchen und in der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
Kriminalität: Die Realität in Marseille
Marseille hat wohl einen schlechten Ruf in Sachen Sicherheit. Wie sieht es aber in der Realität aus?
Nun, das stimmt, es gibt Kriminalität in Marseille. Vor allem in den Quartiers Nord herrschen Drogenhandel und Bandenkonflikte. Aber diese Viertel wirst du als Tourist sowieso nie sehen. Sie liegen weit weg vom Zentrum und beherbergen keine Sehenswürdigkeiten.

Quartiere, die du meiden solltest
- Gare Saint-Charles und die unmittelbare Umgebung (besonders nachts)
- Quartiers Nord: Malpassé, Les Flamants, Félix Pyat, La Castellane, La Cayolle
- Belsunce (das Viertel direkt hinter der Canebière)

Sichere Quartiere für Touristen
- Vieux-Port und das Zentrum
- Prado und Endoume (am Meer)
- Arrondissements 4, 5, 6, 7, 8, 9
Grundregeln
- Lass keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen
- Normale Großstadt-Vorsicht: Tasche im Auge behalten, nicht mit dem Handy wedeln
- Nicht dramatisieren, aber aufmerksam bleiben
Die allermeisten Touristen haben null Probleme in Marseille. Nutze deinen gesunden Menschenverstand: Wie überall, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Beste Reisezeit
Mai - Juni: Angenehme Temperaturen (20-25°C), weniger Touristen als im Hochsommer, gutes Licht für Fotos. Ideal für Wanderungen.
September - Oktober: Immer noch warm (22-26°C), Meer angenehm zum Baden, weniger Menschenmassen. Ebenfalls perfekt für Calanques.
Juli - August: Sehr heiß (30-35°C, manchmal über 40°C). Entgegen der Annahme ist Marseille im August trotz Schulferien nicht so überfüllt wie andere Städte der Côte d'Azur. Viele Marseillais fahren ja in den Urlaub. Achtung: Calanques oft wegen Brandgefahr geschlossen.
November - März: Mild, aber unberechenbar. Der Mistral kann stark wehen und es unangenehm kalt machen. Weniger geeignet für Strandbesuche.
Der Mistral ist ein starker Nordwind, der das ganze Jahr über auftreten kann. Er bringt klare Luft und blauen Himmel, aber auch kalte Temperaturen und zum Teil Unannehmlichkeiten.
Hotels: Wo übernachten in Marseille?
Vieux-Port / Centre
Vorteile
- Alles zu Fuß erreichbar vom Hotel aus
- Restaurants, Cafés, Atmosphäre direkt vor der Tür
- Authentisches Marseille-Feeling

Nachteile
- Laut, besonders am Wochenende
- Teurer als andere Viertel
- Parkplätze schwierig und teuer
Panier
Vorteile
- Kleine, sehr typische Straßen
- Tolle Atmosphäre
- Viel Auswahl an Hotels & Unterkünfte
Nachteile
- Nur wenige öffentliche Verkehrsmittel fahren direkt dorthin.
- Es geht bergauf
- Viele Einwohner dort haben Touristenunterkünfte satt. Ist es dann wirklich so eine gute Idee, dort zu übernachten?
Prado / Plages
Vorteile
- Nähe zu den Stränden
- Ruhiger als das Zentrum
- Familienfreundlich
- Gute Restaurants

Nachteile
- Weiter von den kulturellen Sehenswürdigkeiten
- Métro oder Bus nötig für Vieux-Port
Palais Longchamp
Vorteile
- Métro-Anschluss (Linie 1)
- Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
- Weniger touristisch, authentischer
Nachteile
- Weniger Charme
- Wenige Sehenswürdigkeiten direkt vor der Tür
Persönliche Erfahrung
Ich habe im Maison Dormoy übernachtet und kann es dir gerne weiterempfehlen. Sehr schönes altes Gebäude, 5-10 Minuten von der U-Bahn entfernt in der Nähe des Palais Longchamp. Note auf Booking: 9,3/10 für 268 Bewertungen.
Préfecture / Castellane ist auch ein schönes Viertel.
Gastronomie in Marseille
Lokale Spezialitäten
- Bouillabaisse: Berühmte Fischsuppe aus Marseille. Traditionell wird sie aus mindestens drei verschiedenen Fischsorten zubereitet, serviert mit Rouille (Knoblauch-Safran-Mayonnaise) und Croutons. Eine echte Bouillabaisse kostet mindestens 40-50 Euro. Billigere Versionen sind meist keine echten Bouillabaisses.
- Panisse: Frittierte Fladen aus Kichererbsenmehl. Eine einfache, aber leckere Spezialität, die du in vielen Bars als Snack bekommst.
- Pastis: Der Anisschnaps ist in Marseille eine richtige Institution, fast ein Wahrzeichen der Stadt. Traditionell wird er mit Wasser verdünnt getrunken, besonders an heißen Nachmittagen.
- Navettes: Kleine Kekse in Bootsform, aromatisiert mit Orangenblütenwasser.
Restaurant-Empfehlungen
- Brasserie Barbotin: Ausgezeichnete traditionelle französische Küche. Vor allem der Fisch ist hervorragend. Adresse: 21 Cour Honoré d'Estienne d'Orves, Marseille (Nähe Alten Hafen)

- Wood la cantine gourmande: Köstlich und gar nicht so teuer. Adresse: 8 Rue de la Guirlande, Marseille (Panier)
- Luna Piena: Super mega leckere Pizzen zum Mitnehmen. Ein absolutes Highlight für uns gewesen. Adresse: 24 Rue Maréchal Fayolle, Marseille (Palais Longchamp)
Häufige Fragen zu Sehenswürdigkeiten in Marseille
Wie viele Tage braucht man für Marseille?
Minimum 2-3 Tage würde ich sagen. An einem Tag siehst du nur die Oberfläche. Mit 2 Tagen schaffst du dann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Vieux-Port, Notre-Dame, Le Panier, MuCEM). Mit 3 Tagen kannst du auch die Calanques besuchen und etwas tiefer in die Stadt eintauchen.

Ist Marseille gefährlich?
Marseille hat zwar einen schlechten Ruf, aber die Realität für Reisende ist gar nicht so schlimm. Die gefährlichen Viertel (Quartiers Nord) liegen weit weg von touristischen Gebieten. Im Zentrum, am Vieux-Port und in den südlichen Stadtteilen ist es sicher. Meide die Gegend um Gare Saint-Charles nachts und nutze normale Großstadt-Vorsicht. Die allermeisten Besucher haben null Probleme.
Braucht man in Marseille ein Auto?
Im Stadtzentrum nicht. Die öffentlichen Verkehrsmittel (Métro, Bus, Tram) funktionieren gut für die meisten Sehenswürdigkeiten. Ein Auto ist nur nützlich, wenn du zu den Calanques fahren willst oder Ausflüge in die Umgebung (Cassis, Aix-en-Provence) planst. Im Zentrum ist Parken kompliziert und teuer.

Marseille oder Nizza?
Komplett unterschiedliche Städte. Nizza ist eleganter, touristischer und nun ja teurer. Marseille ist rauer, authentischer, aber auch chaotischer. Nizza hat wohl mehr Belle-Époque-Charme. Marseille hat mehr Kante und echtes Südfrankreich-Feeling.
Kann man in Marseille gut essen?
Absolut. Marseille ist eine Hafenstadt mit Einflüssen aus dem gesamten Mittelmeerraum. Die Fischküche ist exzellent (wenn auch nicht billig). Du findest auch nordafrikanische, italienische und griechische Restaurants in sehr guter Qualität. Die Märkte sind ebenfalls fantastisch.

Welche Marseille Sehenswürdigkeiten muss man besichtigt haben?
Marseille ist ein Ort mit vielen spannenden Sehenswürdigkeiten für Besucher. Ich persönlich würde dir Notre Dame de la Garde, das Vieux Port und die Calanques als absolute Highlights empfehlen. Wenn es regnet ist das MuCEM auch ein tolles Museum.
Fazit
Marseille hat einen mediterranen Charme, der niemanden gleichgültig lässt. Meinerseits würde ich die Stadt als ein Muss für jeden empfehlen, der eine Rundreise durch Südfrankreich unternimmt. Andere werden dir sagen, dass die Natur in der Umgebung viel eindrucksvoller ist. Am besten wirfst du selbst einen Blick darauf. So kannst du dir deine eigene Meinung bilden und wie ein echter Marseiller stundenlang darüber diskutieren, warum nur du Recht hast. Haha, viel Spaß auf Reise!
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