News de France KW06

Was diese Woche in Frankreich geschah - Kurz & klar

"Frankreich weiß es nicht, aber wir befinden uns im Krieg mit Amerika. Ja, ein permanenter Krieg, ein lebenswichtiger Krieg, ein Wirtschaftskrieg, ein Krieg ohne sichtbare Todesopfer. Ja, die Amerikaner sind sehr hart, sie sind gierig, sie wollen die uneingeschränkte Macht über die Welt. Es ist ein unbekannter Krieg, ein permanenter Krieg, ohne sichtbare Todesopfer und doch ein Krieg auf Leben und Tod." François Mitterrand (1916-1996), Politiker der Sozialistischen Partei und ehemaliger Präsident 

🌺 Werde Premium-Mitglied für 5 Euro pro Monat 🌺

Stammleser werden


Was die Franzosen am Esstisch besprechen

🤮 Skandal Epstein: Der ehemalige Kulturminister Jack Lang (86) steht massiv unter Druck, nachdem sein Name 673 Mal in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten auftauchte. Die französische Finanzstaatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen "Geldwäsche aus schwerer Steuerhinterziehung" gegen Lang und seine Tochter Caroline. Finanzielle Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein werden ihnen vorgeworfen. Am Samstag, 7. Februar, trat Jack Lang schließlich von seinem Amt als Präsident des Kulturinstituts Institut du monde arabe zurück. Seine Tochter Caroline war bereits von ihren Funktionen am Verband unabhängiger Kino-Produzenten zurückgetreten. Lang beteuert seine Unschuld und spricht von "Naivität"... ein Argument, das bei einem 86-jährigen Politiker mit jahrzehntelanger Erfahrung wenig überzeugt.

🇫🇷 Souveränität: Am 26. Januar kündigte die französische Regierung an, Zoom und Microsoft Teams bis 2027 aus der gesamten Verwaltung zu verbannen. "Visio", eine intern entwickelte französische Lösung, soll es ersetzen. Bereits 40.000 Beamte nutzen die Plattform im Testbetrieb, 200.000 weitere sollen im ersten Quartal 2026 folgen. Grund dafür ist die Sicherheit sensibler Daten, die Unabhängigkeit von amerikanischen Infrastrukturen sowie Einsparungen von mehreren Millionen Euro jährlich.

🎙 Medien: 56 % der französischen Medien schreiben rote Zahlen laut einer jüngsten Studie. Die Gesamtproduktion von Informationen kostete 2024 insgesamt 2,9 Milliarden Euro, wobei der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Drittel davon ausmacht. Die Hauptprobleme sind vielfältig: drastischer Rückgang der Werbeeinnahmen, sinkende Verkaufszahlen und Abonnements sowie schrumpfende staatliche Zuschüsse. 61 % der Franzosen misstrauen laut Umfrage den Medien, ein historischer Höchststand.

📜 Regierung: Premierminister Sébastien Lecornu kündigte für vor dem 22. Februar einen "Ajustement" (Mini-Umbau) seiner Regierung an. Mehrere Minister kandidieren tatsächlich bei den Kommunalwahlen im März und müssen ihre Ämter niederlegen. Betroffen ist insbesondere die Kulturministerin Rachida Dati (Kandidatur für Paris). Lecornu betonte, die Franzosen wollten vor allem "Stabilität", es wird also kein großer Umbau erwartet.

🚕 Uber: Der US-Konzern steht in Frankreich unter massivem Druck. Der Sozialversicherungsträger URSSAF fordert 1,7 Milliarden Euro an nicht gezahlten Sozialabgaben für rund 71.000 Fahrer, die zwischen 2019 und 2022 tätig waren. Uber habe "bewusst ein Arbeitsverhältnis als Unternehmensvertrag getarnt", um seinen Arbeitgeberpflichten zu entgehen. Uber übe laut URSSAF durch Preisfestlegung, Algorithmen, Bewertungssystem und Deaktivierungsmöglichkeit ein "dreifaches Macht- und Kontrollverhältnis" über die Fahrer aus, typisch für ein Anstellungsverhältnis. Uber weist die Forderung zurück und verweist auf zwei Urteile des Kassationsgerichtshofs von Juli 2025, die den Fahrern den Status als Selbstständige bestätigten. Das Unternehmen kündigt an, die Forderung anzufechten.


Bonne semaine! 😊