Frankreich mit Hund: Einreisebestimmungen
Frankreich ist ein ideales Reiseziel für einen Urlaub mit dem Hund: weite, unberührte Strände, Wanderwege und malerische Dörfer.
Es gibt also viele Möglichkeiten, den Urlaub mit deinem vierbeinigen Freund zu genießen.
Aber bevor du dich auf den Weg machst, solltest du die offiziellen Einreisebestimmungen kennen.
Auf dem Papier mögen sie streng erscheinen.
In der Praxis werden sie jedoch selten strikt eingehalten.
Hier findest du eine detaillierte Anleitung, wie du mit deinem Hund sicher nach Frankreich reisen kannst und böse Überraschungen vermeidest.
1. Offizielle Regeln für die Einreise nach Frankreich mit Hund
Allgemeine Regeln für Hunde in Frankreich
Wenn du mit deinem Hund nach Frankreich einreist, gelten folgende gesetzliche Anforderungen:
- Europäischer Tierpass: Obligatorisch für alle Hunde, die in die EU reisen. Er enthält Informationen über das Tier und seine Impfungen.
- Kennzeichnung mit Mikrochip: Dein Hund muss mit einem Mikrochip (ISO 11784/11785) gekennzeichnet werden. Tätowierungen werden nur akzeptiert, wenn sie vor dem 3. Juli 2011 gestochen wurden.
- Impfung gegen Tollwut: Obligatorisch und muss mindestens 21 Tage vor der Einreise nach Frankreich durchgeführt werden. Die Einreise nach Frankreich ist nämlich erst 21 Tage nach der ersten Impfung gestattet. Die Auffrischungsimpfung darf nicht älter als ein Jahr sein. Es sei denn, es handelt sich um ein in Frankreich anerkanntes Produkt, bei dem beispielsweise eine Impfung alle drei Jahre ausreicht. In jedem Fall muss dies im Impfpass vermerkt werden.
- Maximum 5 Hunde: Wenn du mit mehr als fünf Hunden reist, gelten besondere Regeln, insbesondere für Züchter.
Sonderregel für Welpen, die jünger als 3 Monate sind
Wenn dein Hund weniger als 3 Monate alt und noch nicht gegen Tollwut geimpft ist, ist die Einreise nach Frankreich verboten.
Im Gegensatz zu einigen europäischen Ländern macht Frankreich keine Ausnahme für junge, ungeimpfte Welpen, auch wenn sie mit ihrer Mutter reisen.
Bußgelder und Strafen bei Nichtbeachtung der Einreisebestimmungen
Die Nichteinhaltung der Einreisebestimmungen kann schwerwiegende Folgen haben:
- Fehlende Tollwutimpfung: Dein Hund kann in Quarantäne gestellt oder bei der Einreise zurückgewiesen werden.
- Fehlender Identifikationsnachweis (Mikrochip): Geldstrafe von bis zu 750 €.

2. Verbotene und reglementierte Hunderassen (Kategorien 1 und 2)
In Frankreich werden bestimmte Hunde in Kategorie 1 (verboten) und Kategorie 2 (unter strengen Auflagen erlaubt) eingeteilt.
Hunde der Kategorie 1 - in Frankreich verboten
Hunde der Kategorie 1 gelten als Angriffshunde und dürfen nicht in das französische Hoheitsgebiet einreisen, weder auf der Durchreise noch im Urlaub.
- American Staffordshire Terrier ohne Stammbaum (oft auch als „Pitbulls“ bezeichnet).
- Mastiff (auch als „Boerboel“ bezeichnet).
- Tosa ohne Stammbaum
Hunde der Kategorie 2 - nur unter bestimmten Bedingungen zulässig
Diese Hunde gelten als Wach- und Verteidigungshunde und dürfen nur unter bestimmten Bedingungen nach Frankreich einreisen:
- American Staffordshire Terrier mit Stammbaum.
- Tosa mit Stammbaum
- Rottweiler (mit oder ohne Stammbaum)
- Hunde, die aufgrund ihrer morphologischen Merkmale mit Hunden der Rasse Rottweiler assimiliert werden können.
Wenn du mit einem Hund der Kategorie 2 nach Frankreich einreist, musst du diese Regeln beachten:
- Maulkorb- und Leinenpflicht an öffentlichen Orten
- Zutrittsverbot zu öffentlichen Orten (außer öffentlichen Straßen) : Kein Zutritt zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants oder Geschäften.
⚠️ Achtung! Wenn du vorhast, länger als drei Monate in Frankreich zu bleiben, gelten für Hunde der Kategorie 2 zusätzliche Regeln:
Du musst z. B. an einem eintägigen Kurs teilnehmen und einen Sachkundenachweis erwerben.
Ein Tierarzt muss außerdem eine Verhaltensbeurteilung deines Hundes durchführen.
Außerdem dürfen bestimmte Personen, wie z. B. Minderjährige, in Frankreich keinen Hund der Kategorie 2 halten.
Bußgelder und Strafen bei Nichtbeachtung der Hundekategorien
Illegale Einführung eines Hundes der Kategorie 1: Der Hund kann beschlagnahmt und eingeschläfert werden, und der Besitzer muss mit einer Geldstrafe von bis zu 15 000 € und einer Gefängnisstrafe von bis zu 6 Monaten rechnen.
3. Hunde am Strand und in der Öffentlichkeit: Die Regeln in Frankreich
Regeln vor Ort in Frankreich mit einem Hund
Wenn du einmal vor Ort bist, können einige Regelungen je nach Region und Stadt variieren:
Hunde an der Leine führen
In vielen Städten herrscht Leinenpflicht, in ländlichen Gegenden ist das oft flexibler.
Maulkorb in Verkehrsmitteln
Große Hunde müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln (Busse, Züge) oft einen Maulkorb tragen.
Kleine Hunde werden in der Regel in Tragetaschen akzeptiert.
Nationalparks und Wanderwege
In den meisten Nationalparks wie dem Parc des Ecrins oder dem Parc du Mercantour sind Hunde verboten.
In einigen anderen, wie z. B. dem Parc des Cévennes, sind sie jedoch an der Leine erlaubt.
Prüfe also vor deiner Reise genau, ob dein Hund willkommen ist oder nicht.
Die Idee hinter dem Verbot ist, die lokale Tierwelt zu schützen.
Die Nationalparks sind nämlich Gebiete, die vor menschlichen Aktivitäten geschützt sind.
Auf Wanderwegen außerhalb der Parks gibt es dagegen meist keine Einschränkungen.
Fokus Hund am Strand
Im Sommer sind an vielen Stränden Hunde verboten.
Die Entscheidung darüber wird auf lokaler Ebene getroffen.
Daher ist es unmöglich, dir hier aufzulisten, welche Strände erlaubt und welche verboten sind.
Einige wenige Hundestrände gibt es.
Am besten ist es jedoch, wenn du in abgelegenen Buchten spazieren gehst.
Dein Hund wird es lieben und du auch!
Die Landschaft ist ja wunderschön und du störst niemanden.
In meiner Heimat, der Bretagne, gibt es viele davon.
Alternativ kannst du auch außerhalb der Hauptsaison reisen.
Zwischen Oktober und April sind die Regeln meist weniger streng.
Bußgelder bei Nichtbeachtung der Verbote
Bußgeld bei Zugang zu einem für Hunde verbotenen Strand
Jede Gemeinde kann die Geldstrafe in der Höhe ihrer Wahl festsetzen.
In der Regel liegt sie bei unter 100 Euro.
Dasselbe gilt, wenn du den Kot deines Hundes nicht wegräumst: Bußgeld bis zu 450 €.
Beide Geldstrafen können natürlich kumuliert werden.
Bußgeld bei Nichttragen eines Maulkorbs
Das Nichttragen eines Maulkorbs in einem öffentlichen Verkehrsmittel wird in Frankreich mit einem Bußgeld bis zu 150 € bestraft.
4. Regeln, wenn dein Hund länger als drei Monate in Frankreich bleibt
Wenn du vorhast, mit deinem Hund länger als drei Monate in Frankreich zu bleiben (Umzug nach Frankreich, Langzeitaufenthalt), gelten weitere Regeln:
- Registrierungspflicht bei einem französischen Tierarzt: Nach drei Monaten muss dein Hund im I-CAD, der nationalen Datei zur Identifizierung von domestizierten Karnivoren, registriert werden.
- Aktuelle Tollwutimpfung: Tollwut ist eine überwachte Krankheit in Frankreich, daher muss dein Hund regelmäßig geimpft werden.
- Einhaltung der örtlichen Vorschriften: je nach Gemeinde unterschiedlich.
Wie bereits erwähnt, musst du auch, wenn dein Hund zu einer Rasse der Kategorie 2 gehört, auch einen Sachkundenachweis erwerben und eine Verhaltensbeurteilung bei einem zugelassenen Tierarzt durchführen lassen.
5. Einreise Regeln vs. Realität: Erfahrungen in Frankreich
Auf dem Papier sehen diese Regeln streng aus, aber wie sieht es in der Praxis aus?
Kontrollen an den Grenzen
Nun, es gibt so gut wie nie Grenzkontrollen im Straßenverkehr.
Wenn du mit dem Auto aus Deutschland oder der Schweiz kommst, wirst du also fast nie kontrolliert.
Zu bestimmten, genau festgelegten Zeiten können die Grenzkontrollen allerdings verschärft werden.
In diesem Fall werden Stichprobenkontrollen durchgeführt.
Auf Fähren und in Flugzeugen werden mehr Kontrollen durchgeführt.
Insbesondere auf den Fähren aus England oder Irland, kann der Zoll die Pässe von Hunden überprüfen.
Kontrollen vor Ort
Auch vor Ort in Frankreich solltest du nicht viele Kontrollen erleben.
Die Polizei hat ja Wichtigeres zu tun, als die Papiere des Pudels von Herman und Helga zu kontrollieren, die in der Normandie Urlaub machen.
Ich würde jedoch sagen, dass es von der Rasse deines Hundes und seinem Verhalten abhängt.
Ein Schäferhund wird wahrscheinlich aufmerksamer beäugt als ein Malteser.
Genau wie bei Menschen: Junge Männer in Jogginghose werden auch häufiger kontrolliert als alte Damen.
Das mag man bedauern, aber es ist nun einmal die Realität.
Natürlich spielt es auch eine Rolle, wie du als Hundehalter handelst.
Wenn du deinen Hund ohne Leine herumlaufen lässt und alle anderen störst, erhöhst du das Risiko, kontrolliert zu werden.
Achte unbedingt auf kategorisierte Hunde!
Wenn dein Hund zu den reglementierten Rassen gehört, musst du besonders vorsichtig sein.
Halte dich an die Regeln und lass deinen Hund zu Hause, wenn er zu den verbotenen Hunden gehört.
Er könnte eingeschläfert werden und du könntest eine Menge Probleme bekommen - auch wenn das Risiko relativ gering ist.
Es ist auch eine Frage des Respekts gegenüber dem Land, das dich im Urlaub aufnimmt.
Insgesamt werden zwar in Frankreich nur sehr wenige Reisende kontrolliert.
Ich empfehle dir trotzdem, immer alle Dokumente in Ordnung zu haben, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Fazit: Frankreich, ein hundefreundliches Reiseziel?
In Frankreich gelten auf dem Papier recht strenge Regeln, die jedoch selten kontrolliert werden.
Solange dein Hund geimpft, gekennzeichnet und gesund ist, wird deine Reise problemlos verlaufen.
Jetzt brauchst du nur noch deinen Aufenthalt zu genießen! 🐶
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